Der Südwesten Frankreichs ist aus seinem Schlummer, der aufgrund der wirtschaftlichen Probleme für die Winzer schon lange kein Dornröschen-Schlaf mehr war, erwacht und dieses größte zusammenhängende Weinbau-Gebiet der Welt erzeugt inzwischen Weine von erstaunlicher Qualität. Einige davon glauben wir für Sie ausfindig gemacht zu haben.
Michel Escande ist einer jener Winzer, die sich als 'selfmade man' einen Ruf erarbeitet haben. Seine Philo-sophie von der naturnahen Weinerzeugung hat sich immer weiter entwickelt und ist noch lange nicht am Ende angelangt. Seine Weine genießen reges Interesse, so dass es immer wieder zu Lieferengpässen kommen kann.
Wenn von den besten Weinen aus dem Languedoc die Rede ist, wird immer wieder der Name von André Leenhardt aus Lauret am imposanten Pic Saint-Loup ins Spiel gebracht. Wir haben uns auf unserer Sommerreise 2009 davon überzeugt, dass dies vollkommen gerechtfertigt ist. Informationen und Filmsequenzen findet der interessierte Wein-Freund, der gerne Französisch hört, unter: www.autourdunverre.fr/les-vignerons/chateau-de-cazeneuve_liaison.htlm
10 km südlich von Perpignan, Richtung spanische Grenze, produziert dieses Familienweingut auf 39 ha Rebfläche Weine, die seit 1998 biozertifiziert sind. Séverine und Philippe Bourrier haben ihre Weine ständig verbessert und haben ihre Kellertechnik auf den modernsten Stand gebracht. Die frz. Weinpresse lobt die Komplexität ihrer ausdrucksstarken Weine. Zu recht, wie wir finden.
Monsieur Panis und seine Frau produzieren auf ihrem Familien-Gut in Conilhac mit schöner Regelmäßigkeit einen der schönsten Corbières-Weine. Dass auch die Weiss- und Roséweine Beachtung verdienen, beweist die Empfehlung im WeinGourmet 1/2008.
Die Familie des Grafen de Lamy bewirtschaftet dieses 16 ha-Gut in Lézignan seit 1682. Es ist somit eines der ältesten des Languedoc. Früher im Besitz des Erzbischofs von Narbonne, wird es heute vom ehemaligen Direktor des bekannten Pomérol-Gutes La Conseillante bewirtschaftet, der die Leitung im Jahre 2004 von seinem Großvater übernommen hat. "1682", der Name des Spitzenweines, erinnert an das Jahr der Besitzübernahme durch das Geschlecht derer von Lamy.
Der lebenslustige Unterhaltungskünstler Philippe gibt seinen Weinen phantasievolle Namen, aber auch eigenständige Charaktere mit auf den Weg. Der französische Filmstar Gérard Depardieu, der einen beträchtlichen Teil seiner Gagen in den Erwerb von Weingütern investiert, ist auf den talentierten Winzer in Lunel aufmerksam geworden und war so angetan, dass er ihn mit der Betreuung des neu gegründeten Gutes in Aniane beauftragt hat. Auf dem eigenen Gut gehen traditionelle Handlese und modernste Kellertechnik eine ideale Verbindung ein.
Auf unserer Herbst-Entdeckungsreise 2010, die leider durch die Streikbewegung stark beschnitten wurde, begeisterten uns die Weine dieses Gutes in der recht jungen Appellation Grès de Montpellier. Die Eigentümer und die Önologin legen großen Wert darauf, ausgereifte Weine auf den Markt zu bringen, die in der Regel 12 Monate Eichenfass-Reife und 6 Monate Flaschenreife hinter sich haben. Man sollte diesen Weinen auch zuhause die nötige Reifezeit gönnen. Wer mehr über dieses Weingut erfahren möchte, findet einige Informationen unter www.autourdunverre.fr/les-vignerons/domaine-haut-blanville_liaison.htlm
Das bereits im 17.Jahrhundert urkundlich erwähnte Chateau la Grave wurde Ende der 70er von den beiden "Winzerkindern" Josiane und Pierre Orosquetteübernommen. Das Weingut liegt an der "Route des Châteaux Cathares", nur wenige Minuten von Carcassoneentfernt und erstreckt sich heute über 95 ha Weinberge, davon 45 ha AOC Minervois. Nachdem auch noch derSohn, Jean François, sich seit 1982 um die stetige Qualitätssteigerung mit verdient macht, wird das Weingut kontinuierlich in der Fachpresse hervorgehoben und mit Medaillen prämiert. Zur Homepage: www.chateau-la-grave.net
Das Weingut von Monsieur Rosset liegt im La Clape-Gebiet und gilt mit seinen hügeligen Wein-gärten als eines der besten Weingüter des Languedoc. Parker sieht es sogar an der Spitze der Hierarchie. Handlese und äußerst schonender Umgang mit dem Lesegut setzen hier den Maß-stab.
In Sainte-Colombe-de-la-Commanderie am Fuße der Pyrenäen produziert Jacques Mossé neben seinen erstklassigen Rotweinen auch die berühmten Dessertweine der Region. Madame Mossé gestaltet die Etiketten, in denen das Motiv der Taube - dem Ortsnamen entsprechend - immer eine Rolle spielt, selbst. Die Weine des Gutes waren die ersten aus dem Roussillon in unserem Programm - und sind bis heute die einzigen geblieben, denn sie setzen Maßstäbe, die von anderen schwer einzuhalten sind.
Die Geschwister Boudau wurden 2010 auf der Prowein in Düsseldorf als die "Newcomer des Jahres" geehrt, weil sie eine überzeugende Linie hochwertiger Roussillon-Weine anzubieten haben. Weinliebhaber waren zu diesem Zeitpunkt schon längst auf das aufstrebende Weingut aufmerksam geworden, welches seit 2004 im Roussillon für Furore gesorgt hat, indem es die bis dahin etablierte Hierarchie der Spitzenweingüter kräftig erschüttert hat. gleich zweimal gelang es den Geschwistern Boudau in gleich drei Kategorien die Spitzenposition beim alljährlichen Concours der Roussillon-Weine zu erringen. Seitdem ist ihr Wein - im wahrsten Sinne - "in aller Munde". Kein Wunder, denn selbst für die Spitzenweine ist bei diesem Gut das Preisniveau noch durchaus erträglich. Doch schon die 'kleinen' Weine beeindruckenden durch ihre Geschmacksfülle; kein Wunder , dass auch sie hohe Bewertungen erfahren - wie z. B. der Petit Closi rouge 2010, der in Paris die begehrte Goldmedaille beim Concours Général Agricole erhielt.
Die beiden Schweizer Christa Vogel und Hans Hürlimann haben hier den Traum vom eigenen Weingut in malerischer Umgebung verwirklicht. Für die beiden ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ihre Weine naturnah hergestellt werden. Diese sind entsprechend zertifiziert.
Auf dem für seine reintönigen Weissweine bekannten Gut in der Nähe von Béziers hat man sich nichts Geringeres vorgenommen als "den Wein der Zukunft" zu kreieren. Einstweilen werden allerdings noch Rechtsstreitigkeiten darüber ausgefochten, ob sich das Produkt Wein nennen darf. Die Idee, einen alkoholreduzierten Wein anzubieten, welcher auch zu einem Mittagessen getrunken werden kann, hat etwas Verführerisches. Unser ursprüngliches Misstrauen wurde durch eine Verkostung auf der PROWEIN erheblich erschüttert ...
Die Weine dieses seit 2003 in englischem Besitz befindlichen Weingutes im Languedoc fesselten unsere Aufmerksamkeit bereits bei der ersten Verkostung. Jetzt konnten wir sie endlich bekommen. Nach dem Erwerb erneuerten die Besitzer die Kellertechnik von Grund auf; auch die 20 Hektar Rebflächen wurden zu einem großen Teil neu bestockt. Der Oenologe Vincent Chansault stammt zwar aus Frankreich, hat aber seine Lehrjahre in Südafrika verbracht; er leitet die Produktion und erzeugt Weine von sehr guter Qualität zu erschwinglichen Preisen. In den letzten Jahren haben diese Weine weltweit Anerkennung gefunden.
An den Südhängen des kargen Larzac-Gebirgszuges kultiviert der passionierte Winzer Charles-Walter Pacaud zum Teil sehr alte Rebzeilen mit geringen Erträgen und erzeugt aus dem Rebgut hochkonzentrierte Weine, welche die Eigenarten des Terroirs und der Rebsorte überzeugend zur Geltung bringen.
Naiverweise glaubten wir, auf der PROWEIN die Entdeckung gemacht zu haben. Auch wenn uns dieses Vergnügen nach Kenntnisnahme der Stern-Weinschule genommen wurde, bleibt es dabei, dass es sich bei den Produkten dieses Gutes um exzellente Vertreter des Midi handelt.
Den sympathischen Monsieur Abbal trafen wir auf verschiedenen Wein-Salons, bevor wir uns in seiner Heimat etwas näher umgeschaut haben. Seine Weine haben uns so gut gefallen, dass wir sie Ihnen nicht vorenthalten wollten. Nach einem 'coup de coeur' für seinen Spitzenwein im Guide Hachette schrieb jüngst die Revue du Vin de France (Heft 1/2008), dass man dieses Gut bzw. seine Weine unbedingt kennen lernen müsse. Handlese und erneute Selektion des Rebgutes auf dem Weg in den Gärbottich sind hier eine Selbstverständlichkeit.
"Domaines Paul Mas" ist der Sammelname für mehrere Weingüter des Languedoc-Gebietes, auf denen der Önologe Paul Mas seine Weine produziert. Wir haben aus dem umfangreichen Programm für Sie zunächst reinsortige Weißweine ausgesucht, in denen trotz ihrer "alltags- tauglichen" Preise die jeweilige Rebsorte sehr gut zum Ausdruck gelangt. Für Puristen sei gesagt, dass diese Weine in Flaschen mit Schraubverschluss abgefüllt sind, so dass "Korkschmecker", wie sie gerade bei Weinen der preiswerteren Kategorie oft zu beklagen sind, sicher vermieden werden.
Die drei Brüder Ravaille bearbeiten Hand in Hand dieses 36 ha große Weingut, dessen Rebhänge in mittlerer Höhe (300 m) den Südwest-Hang des Pic Saint-Loup auf dem Plateau von Cazeveille oberhalb von Saint Matthieu-de-Tréviers bedecken. Da bei der Bewirtschaftung bereits seit 1992 auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet und der Boden umgepflügt wird, erscheint es nur als konsequent, dass seit 1999 zielgerichtet die Konversion nach den Maßgaben des bio-dynamischen Weinbaus betrieben wurde, die inzwischen abgeschlossen ist. Dem Beispiel und dem Geist anderer Güter in der Appellation folgend, haben die Gebrüder Ravaille jedoch darauf verzichtet, sich diesen objektiven Sachverhalt zertifizieren zu lassen.
Die beiden Partner gründeten im Jahre 2002 ihre Firma, um in Zusammenarbeit mit ausgewählten Winzer des Languedoc-Gebietes ein einzigartiges Sortiment von Weinen zu erzeugen, die sich zu Referenzweinen für die jeweilige Region entwickeln sollten. Nach dem Urteil der Fachpresse und an ihren bisherigen Erfolgen gemessen, sind die beiden Önologen auf diesem Weg in relativ kurzer Zeit weit vorangekommen.
Mögen dem spätberufenen Gérard Jeanjean noch viele Jahre beschieden sein, damit er uns weiter mit seinen herausragenden Weinen verwöhnen kann !!! Wer mehr über diesen außergewöhnlichen Winzer und seine Philosophie erfahren möchte, findet Einiges unter der Internet-Adresse www.autourdunverre.fr/les-vignerons/mas-de-fournel_liaison,html
In Frontignan am Etang d'Ingril werden seit undenklichen Zeiten süsse Weine sowie der berühmte Muscat de Frontignan aus kleinen Muscat-Trauben gekeltert. Der Mas de Madame ist einer von 24 unabhängigen Erzeugern und sicher einer der besten, wenn nicht gar der 'primus inter pares'. Der Sohn des Besitzers hat einen Teil seiner Ausbildung auf Château d'Yquem (Sauternes) verbracht und versucht, die dort erworbenen Kenntnisse bei der Vinifizierung der Spätlese-Weine fruchtbar zu machen.
Zusammen mit seiner Frau Solange hat Eric Bouet 1999 den Schritt aus der Winzergenossen-schaft gewagt, die er über viele Jahre als deren Präsident geleitet hatte. Er verschrieb sich den strengen Kriterien des naturnahen Landbaus und leitete bald die Konversionsphase ein, welche nach 5 Jahren die Zertifizierung durch die Umweltverbände ermöglicht. Der Verzicht auf chemische Düngemittel sowie auf Pestizide und Insektizide geht auf dem alten Gut einher mit einer strikten Begrenzung der Erträge (teilweise auf nur 20 hl/ha). Handlese zu nächtlicher Stunde gehört hier zu den Selbstverständlichkeiten. Mit seinen Weinen setzt das Gut inzwischen Maßstäbe für die gesamte Region.
Der iaus dem Tannes-Anbaugebiet stammende Wein wird von einer bestimmten Parzelle namens "Peyre Plantade" gewonnen. In Frankreich ist er von ECOCERT als biologisches Erzeugnis zertifiziert (was aber von der EU als nicht ausreichend angesehen wird ...). Nach einer ersten Ausbau-Phase in Betontanks reift der Wein sechs Monate lang in Barrique-Fässern heran. Mit seinemi eindrucksvollen Duft von Waldfrüchten und seiner samtigen Art ist dieser Wein vom Plateau de Besilles zwischen Montagnac und der Abbaye de Valmagne ein überzeugender Botschafter dieses Anbaugebietes.
8,90 EUR incl. 19 % UST | exkl.
11,87 EUR pro 1.0 L
Eine traditionelle Rotweincuvee aus den Sorten Mourvedre, Syrah und Grenache, wie sie für das Languedoc-Gebiet typisch istr. Im Bukett verströmt dieser Rotwein intensive, würzige Aromen von Rosmarin und Thymian. Wenig späterstellen sich Aromen von Schwarzkirschen, dezenter Vanille und etwas Toast ein und runden das Geschmackserlebnis ab. Jeder der drei Rebsorten wirdgetrennt verarbeitet und ausgebaut. Nach derVermählung im der Ernte folgenden Frühjahr reifen 30% des Weines im Barrique, die übrigen 70% im großen Holzfass.
12,90 EUR incl. 19 % UST | exkl.
17,20 EUR pro 1.0 L